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Der erste Weg zu besseren Fotos

Eine recht häufiges Phänomen in unserer Facebookgruppe ist, dass viele Leute der Meinung sind, sie haben jetzt eine Kamera und diese müsse nun auch automatisch tolle Fotos machen. Zugegeben, ich dachte das anfangs auch. Und mit „automatisch“ meine ich auch automatisch, denn ich habe damals ausschliesslich im Voll- Automatikmodus fotografiert.

Wenn man dann anfängt, sich näher mit der Fotografie zu beschäftigen stellt man fest, dass diese Einstellung dazu verleitet faul zu werden, einem die Möglichkeit nimmt, seine Kamera kennenzulernen sowie sie vorschnell als „schlecht“ zu bezeichnen. So auch schon mehrfach erlebt.

Da suchen Fotografieanfängern kurz nach dem Kauf ihrer ersten Kamera schon nach einer Neuen, weil sie frustriert sind und sich bessere Fotos wünschen. Hinterfragt man mal ihr Wissen über die Fotografie stellt sich oft heraus, dass so gut wie keins vorhanden ist. Aber Schuld ist die Kamera !

Aus diese Erfahrung heraus möchte ich daher hier ein paar Tipps geben wie ihr zu besseren Fotos gelangt, ohne direkt die Flinte ins Korn zu werfen oder meint, eine neue Kamera kaufen zu müssen. Denn die wird es im Zweifelsfall auch nicht besser machen … 😉

 

Lernt eure Kamera kennen

Auch wenn es manchem lästig erscheint, lest die Gebrauchsanleitung eurer Kamera und macht euch mit den Funktionen vertraut. Wenn euch die Gebrauchsanleitung zu „trocken“ ist: Zu den meisten Kameras gibt es ausführliche Bücher zu kaufen, welche angenehmer zu lesen sind.

Probiert die verschiedenen Modi aus und schaut, wie sie sich auf eure Fotos auswirken. Und lasst bitte die Finger vom Voll- Automatikmodus, er bringt euch nicht weiter.

 

Lernt die Grundlagen

Was sind ISO, Blende, Belichtungszeit, wie wirken sie sich aufeinander aus und was bewirken sie bei meinen Fotos. Ohne diese Grundlagen werdet ihr leider nie bewusst bestimmte Bildwirkungen hervorrufen können. Ebenso sind sie elementar um zu verstehen, was beim Einstellen der diversen Kamera-Modis passiert und wie ihr diese beeinflussen könnt.

 

Lernt zu fokussieren

Gerade wenn man sich an die ersten Portraits heran wagt ist es wichtig das man weiß, wie man fokussiert und worauf man fokussieren sollte. Bei Portraits, egal ob Mensch oder Tier, sind in der Regel die Augen. Aber auch in jeglichen anderen Bereichen der Fotografie spielt der richtig gesetzte Fokus sowie die richtige Fokuseinstellung, eine entscheidende Rolle für die Schärfe und Bildwirkung.

 

Lernt eure Fotos zu gestalten

Warum manche Fotos harmonisch und manche wie unbedachte Schnappschüsse wirken hat auch sehr viel mit dem Bildaufbau zu tun. Daher macht euch mit den Begriffen wie „Drittel-Regel“, „Goldener- Schnitt“ oder „Goldene- Spirale“ vertraut. Diese Begriffe und deren Anwendung zu kennen wird euch helfen, eure Fotos ansprechender zu gestalten. Wählt auch mal unterschiedliche Perspektiven für ein Motiv um zu schauen, wie sie sich auf die Bildgestaltung auswirken.

 

Investiert in bessere Objektive

Was viele nicht wissen ist, dass gute Objektive den Hauptanteil an der Qualität eines Fotos ausmachen. Daher investiert lieber eurer Geld zunächst in ein besseres Objektiv, als in eine neue Kamera!  Dieses muss auch nicht direkt mehrere hundert Euro kosten. Ein 50er Objektiv f 1.8  (der Klassiker für Portraitfotos) ist beispielsweise schon für um die 150,- Euro, je nach Hersteller, zu haben. Ihr werdet einen Unterschied wie Tag und Nacht zu eurem Kit- Objektiv feststellen und euer Geldbeutel wird es euch danken.

Zudem sollte das Objektiv auch zu eurem fotografischen Gebiet passen. Wenn man beispielsweise hauptsächlich zu Hause sein Haustier fotografiert macht es wenig Sinn, mit einem lichtschwachen Megazoom-Objektiv zu hantieren.

 

Entwickelt eure Fotos selber

Schon zu analogen Zeiten gehörte es zur Fotografie dazu, dass man seine Fotos entwickeln musste. Und auch wenn es heutzutage bequem ist diese Aufgabe der Kamera zu überlassen, so solltet ihr es selber übernehmen. Das heisst, dass ihr im Raw-Format fotografieren solltet. Warum ?  Die Kamera weiß nicht, wie ihr eure Fotos haben möchtet und sie weiß auch nicht, wie die Farb- und Lichtstimmung wirklich war. Sie entwickelt die Fotos so, wie sie es für richtig hält und das oftmals zum Nachteil der Bildqualität und der gesamten Stimmung eines Bildes. Ein weiterer Vorteil ist, dass ihr euch kritischer mit euren Fotos auseinander setzt, wenn ihr Bilder selber entwickelt. Dadurch lernt ihr wiederum, was man hätte anders machen können und setzt sich intensiver mit der Bildgestaltung und der Fotografie auseinander.

 

Seid ehrlich zu euch selbst

Viele neigen dazu, ihre misslungenen Fotos mit Sprüchen wie „Geschmäcker sind verschieden“, „Ich hab das so gewollt“ oder „Das ist Kunst“ zu verteidigen. Hört auf damit ! Mit solchen Aussagen belügt ihr euch nur selber und stosst die Leute vor den Kopf, die euch helfen möchten weiter zu kommen.

 

Nicht die Kamera macht die Fotos, sondern der Mensch dahinter

Reizt die Möglichkeiten eurer jetzigen Kamera aus und nehmt euch diesen Spruch zu Herzen! Denn zur Fotografie gehören vor allem auch ein gutes Stück Leidenschaft und Spaß an dem, was man tut. Ohne dieses werdet ihr euch nicht weiterentwickeln und dabei hilft euch auch nicht der Kauf einer neuen Kamera 😉

In diesem Sinne wünsche ich euch allzeit gut Licht,

Eure Sandra

 

 

 

 

 

About Sandra Steinegger

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