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Faszination Panoramafotografie

Faszination Panoramafotografie

Panoramafotografie – „Ist das etwas Besonderes? … oder doch nicht?“ „Es kann ja mittlerweile jede Smartphone-Kamera.“ Ähnliche Fragen oder Aussagen hört man. Also was hat es nun damit auf sich?

Ich möchte in meinem Beitrag den Anfängern meinen Weg in eine Panorama-Fotografie HANDMADE beschreiben, wobei sich der finanzielle Aufwand noch überschaubar hält. Nach oben ist wie in allen Bereichen der Fotografie noch viel Luft. Ich finde die technische Herausforderung faszinieren, das Panorama so zu gestalten, wie es mir gefällt. Des Weiteren bin ich immer wieder gebannt, wie am Rechner aus den einzelnen Bildern ein Gesamtwerk einsteht.

Was ist überhaupt ein Panorama-Foto?
Ein „normales“ Foto ist immer ein Ausschnitt unserer Umwelt, den wir bewusst mit unserer Kamera einfangen. Panoramafotografie erweitert diesen Blickwinkel mittels verschiedener Techniken.

Auch wenn es verschiedene Panorama-Arten gibt, werde ich mich hier auf die zylindrischen, oder bekannter unter 360° – Panorama, bzw. daraus auf Teilpanoramen beziehen, um das Ganze für einen Anfänger einzugrenzen und damit den Beitrag überschaubar zu halten.

Den einfachsten Einstieg in die Panoramafotografie findet ihr in der Landschaftsfotografie. Ihr solltet eure Kamera im manuellen Modus bedienen können. Hilfreich ist es, ein Stativ zu verwenden. Zu Beginn steht u.a. die Frage, nimmt man in Hoch- oder Querformat auf. Ich bevorzuge Hochformat, da man dem Pano besser ein Gefühl für Raum vermitteln kann, da sowohl genügend Boden, als auch Himmel auf dem Bild ist. Im Querformat erhält man schnell einen „Sehschlitz“-Bildeindruck.

Ich zeige euch, wie ich mein erstes einreihiges Panorama erstellt habe. Es sollte ein 180°-Pano werden. Dann habe ich mich doch entschieden, nicht alle Einzelaufnahmen zu verwenden, da das Motiv davon nichts gewonnen hätte. Ich habe die Einzelbilder links und rechts weggelassen, logischerweise nicht irgendwo dazwischen.

Landschaftspanorama Teilpanorama
Landschaftspanorama Teilpanorama

Nun zu meinem Vorgehen:
Ich habe mir ein Stück Landschaft gesucht, die für ein Panorama geeignet schien. Die Kamera habe ich auf ein Stativ in Hochkantposition gestellt und ca. in der Mitte des Motives in Waage gebracht. Das ist wichtig, um die Horizontale zu halten. Ich stelle meine Schärfe ein, ebenso alle Belichtungswerte und schalte dann ALLE Automatiken aus. Es ist wichtig, dass alle Bilder mit den gleichen Belichtungswerten aufgenommen werden, sonst sind die Unterschiede nach dem Zusammenfügen zu sehen.

Euer erstes Pano macht ihr am besten nicht bei bei starken Helligkeitsunterschieden. Ich habe mir einen wolkigen Tag herausgesucht, denn da ist es erst einmal einfacher, mit den Belichtungen klarzukommen. Beim 360°-Pano hat man sonst die Herausforderung zu meistern, dass immer eine Seite heller und eine Seite dunkler ist (Gegenlicht und Schatten). Ich speichere meine Aufnahmen in RAW, um auch mir noch genug Ressourcen für die Nachbearbeitung zu erhalten.

Nachdem ich alle Einstellungen vorgenommen habe, schwenke ich die Kamera auf den linken äußeren Bildwinkel und mache die erste Aufnahme. Danach kommt der nächste Schritt, das Schwenken der Kamera zu Bild 2. Der Bildausschnitt von Bild 2 muss ca. 25 – 30 % zu Bild 1 überlappen, damit die Stitchingprogramme in der Bearbeitung genügend Anhaltspunkte zum Zusammenfügen finden. Die Einstellungen werden NICHT verändert. So schwenkt man jeweils die Kamera zum nächsten Schritt weiter, jeweils mit genügend Überlappung. Manche Stative haben Markierungen für das Schwenken, ich mache das nach Augenmaß. Ihr macht so viele Aufnahmen, wie euer Motiv breit sein soll. Berechnet dies lieber etwas reichlich, da es nach dem Stitchen (Verrechnen) nochmal einen Zuschnitt gibt.

Nun habt ihr Einzelaufnahmen, in meinem Fall entstanden 10 Einzelaufnahmen. Bei einer Aufnahme entdeckte ich, dass gerade ein Zug kam und hoffte, ihn in dem Ausschnitt einzufangen, der gerade eingestellt war. Zur Sicherheit fotografierte ich diesen Bildbereich doppelt, falls der Zug doch missglückt ist, mir aber dieses Stück am Ende nicht fehlt.

dsc_8476_1 dsc_8477_2 dsc_8478_3 dsc_8479_4 dsc_8480_5 dsc_8481_6 dsc_8482_7 dsc_8483_7-2 dsc_8484_8 dsc_8485_9

Danach kommt der nächste Schritt. Die einzelnen Aufnahmen müssen zu einem Panorama zusammengefügt werden.
Ich nutze dazu Photoshop (erst PSE10, jetzt besitze ich mittlerweile PS CC), aber auch in der aktuellen LR-Version lassen sich jetzt Panoramen zusammenfügen.
Wer keines der Programme besitzt, kann auch die kostenlose Software ICE (Image Composite Editor) nutzen. Ich hatte auch schon den Fall, das PS versagte, aber ICE das Pano locker schaffte.

Ihr folgt dann einfach dem Vorgehen in demjenigen Programm, was euch zur Verfügung steht.

Screenshot Photoshop nach dem Zusammenfügen der Einzelaufnahmen
Screenshot Photoshop nach dem Zusammenfügen der Einzelaufnahmen

Nachdem ich das Pano erhalte, nehme ich den Beschnitt vor und bearbeite es, wie jedes andere Bild auch. Erst am Ende erfolgt die Verkleinerung und Speicherung in jpeg.

Noch ein Wort zum PC. Hier solltet ihr mal schauen, wo die Grenzen eures Arbeitsspeichers liegen. Ich hatte bei 8-10 Aufnahmen schnell das Limit erreicht. Aber das Thema soll hier nicht der PC sein, sondern eher ein Hinweis darauf, dass man auch darauf achten sollte.

Wenn ihr im Netz nach Panoramafotografie recherchiert, stolpert ihr garantiert über Begriffe wie „Nodalpunkt“ oder „Nodalpunktadapter“. Ich gehe kurz darauf ein, was es damit auf sich hat.
Wenn man die Kamera auf dem Stativ normal befestigt und schwenkt die Kamera, dreht diese sich um den Drehpunkt des Statives, was aber nicht gleichzeitig die optische Achse der Linse ist. Der Nodalpunkt ist dagegen die optische Achse der Kamera. Gerade in der Panoramafotografie von Gebäuden oder auch in Gebäuden gibt es Verschiebungen, wenn die Kamera nicht um die optische Achse dreht. Um dieses technische Problem zu lösen, benutzt man einen Nodalpunktadapter. Damit wird die Kamera in die richtige Position gebracht, dass sie sich um ihre optische Achse dreht und nicht um die Achse des Statives.
Hier gibt es im Handel viele verschiedene Modelle, jedoch recht preisintensiv. Ich habe Marke „Eigenbau“, ist nicht ganz perfekt, reicht aber bisher für meinen Bedarf.

Pano Innenaufnahme
Pano Innenaufnahme

 

Und wer immer noch nicht genug Futter hat, kann sich an einem HDR-Panorama versuchen, wie oben im Titelbild.

Ein Buchtipp noch von mir für die ganz Wissenshungrigen:
Digitale Fotopraxis Panoramafotografie von Thomas Bredenfeld

Ich hoffe, ich konnte ich damit an das Thema heranführen und der eine oder andere hat auch Blut geleckt, es selbst zu versuchen.

Viel Spaß wünscht euch
Kerstin

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