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Hundefotografie – Tipps & Tricks

Du stellst dir die Frage, wie du deinen Hund gut in Szene setzen kannst? Du möchtest ein Portrait eines Hundes machen oder auch mal seine Dynamik in der Bewegung darstellen? Du fragst dich, welches Equipment nötig ist? Ich versuche, diese Fragen in meinem Beitrag zu beantworten.

Durch meinen eigenen Hund, bin ich in einer Hundeschule sehr aktiv und über diesen Weg wieder in die Fotografie eingestiegen. An Models fehlt es da nicht und ich plaudere mal aus dem Nähkästchen, wie ich das bewerkstellige.

Hundefotografie – Die Technik

Es macht Sinn, die Kamera im manuellen Modus oder zumindest in der Halbautomatik zu beherrschen. Im Bereich der Hundefotografie spielt die Blende für die Bildgestaltung eine Rolle. Willst du bei einem Portrait den Hund schön freistellen oder brauchst du bei einem rennenden Hund viel Licht, kommst du am Öffnen der Blende nicht vorbei. Ein Teleobjektiv macht Sinn, um einen guten Arbeitsabstand zu haben. Natürlich macht es Spaß mit einem Teleobjektiv wie dem 70-200mm mit Blende f2,8 zu arbeiten. Durch die hohe Brennweite und die große Offenblende bekommst du den Hund vom Hintergrund schön freigestellt. Doch diese Objektive sind leider recht teuer. Ebenso braucht es viel Übung, mit Blende f2,8 den richtigen Schärfebereich zu treffen, der recht klein ist und auf den Augen des Hundes liegen sollte. Deshalb mein Tipp, probiere es erstmal mit dem Equipment aus, was du hast.

Abb. 1 Dummy-Apportiertraining
Abb. 1
beim Dummy-Apportiertraining

Ich habe mit dem viel gescholtenen Suppenzoom Tamron 18-270mm angefangen, was im Tele-Brennweitenbereich nur noch eine Offenblende von f6,3 zulässt, und es sind trotzdem brauchbare Bilder rausgekommen. Für Abb. 1 habe ich mal im Archiv gesucht. Das Bild entstand in Halbautomatik (Blendenautomatik) mit vorgegebener Belichtungszeit von 1/1000 sec, Brennweite von 270 mm, einer maximal möglichen Blende von f 6,3 und ISO 800, noch in Jepg.
Wenn du dann an diesem Bereich der Fotografie Blut geleckt hast und mehr willst, dann kannst du ja mal beim Weihnachtsmann und seinen Helfern anfragen.

Die Belichtungszeit spielt eine wesentliche Rolle, wenn du Hunde in Bewegung fotografieren willst. Hier ist es für den Anfang auch sinnvoll, in der Halbautomatik zu arbeiten. Es empfiehlt sich, eine Belichtungszeit von mindestens 1/1000sec vorzuwählen. Somit kannst du den rennenden Hund in seiner Bewegung „einfrieren“ lassen. Ist die Belichtungszeit zu lang, wirst du zu viel Bewegungsunschärfe ins Bild bringen. Die ISO ist deine Lichtreserve, wenn du mit Blende und Belichtungszeit für dein Vorhaben am Limit bist.

Noch ein Wort zum Autofokus. Benutze am besten die Schärfenachführung, also den kontinuierlichen Autofokus. (bei Nikon AF-C) Nachdem du auf das Motiv, in unserem Fall auf die Augen des Hundes fokussiert hast, den Auslöser halb durchgedrückt hältst, führt die Kamera die Schärfe mit, wenn sich der Hund bewegt.

Es ist nochmal ein Unterschied, ob du ein individuelles Shooting mit Hunden machst, oder beim Training oder Wettkampf dabei bist. Bei Letzterem schreibst du das Drehbuch der Situation nicht selbst. Wichtig ist hier eine gute Absprache mit Trainern und Organisatoren. Ich halte mich gerne am Rande des Geschehens, da ich Situationen besser erfassen kann (s. Abb. 1).

Noch ein Wort zur Serienbildfunktion in der Hundefotografie, denn da scheiden sich die Geister. Möchte ich einen Hund in Bewegung ablichten, der entweder auf mich zu rennt, oder von A nach B rennt, wähle ich gerne die Serienbildfunktion, um auch die entsprechende Bewegungsphase abzubilden. Dynamisch kraftvoll sieht es immer aus, wenn man die Absprungphase über die Hinterläufe oder die Schwungphase erfasst (s Abb. 2, Bild 5-8).

Breed profile Greyhound gait 530
Abb. 2 Quelle:  http://www.greenhounds.com.au/about-greyhounds/greyhound-breed-profile.html

Als Perspektive bewährt sich immer wieder, auf Augenhöhe des Hundes zu gehen. So sehen wir den Hund nicht alltäglich und damit erzeugen wir Spannung im Bild. Also – raus aus der Komfortzone!

Hier hab ich noch ein paar Punkte, welche man bei einem individuellen Shooting beachten sollte:

Besitzer und Helfer
Es ist immer einfacher, wenn ihr einen Helfer dabei habt, solltet ihr euren eigenen Hund ablichten. Ob Helfer oder Besitzer, sie müssen von euch gut instruiert werden. Es gilt: „Alles hört auf das Kommando des Fotografen!“

Hundefotografie – der Hund

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Abb.3 (Bilddaten findet ihr unten im Text)

GESUND, GEKÄMMT, GENÜGEND KONZENTRATION!
Die Hunde sollten vorher nicht ausgepowert werden, da sie sonst stark speicheln und hecheln, was für das Bild nicht toll wäre. Sollen Portraits und Bewegungsbilder entstehen, mache lieber erst die Portraits.
Pausen zwischendurch sind sehr wichtig für den Hund!
Bilder ohne Leine, Geschirr oder Halsband sehen immer gut aus. Geht das vom Gehorsam noch nicht, dann wäre eine dünne Schleppleine in einer unauffälligen Farbe ein Kompromiss, vielleicht mit
einem schönen Halsband oder Tuch.
Bei Hunden mit langen Haaren achtest du darauf, dass die Augen sichtbar sind.

Spielzeug bekommen die Hunde als Belohnung und in den Pausen, nicht während des Shootings (Ausnahme, es ist bewusst mit Spielzeug gewünscht).

Und hier noch ein konkretes Beispiel:

Rennt der Hund auf dich zu, arbeitest du mit dem Autofokus AF-C (Nikon), also mit der Schärfenachführung. Du fokussierst auf die Augen des Hundes.
Ist der Hund gut im Gehorsam, soll der Besitzer den Hund in ein Bleib-Kommando bringen, kommt dann hinter dich und ruft den Hund ab. Somit rennt der Hund direkt zu seinem Besitzer und damit direkt auf die Kamera zu. Manchmal kann sich der Hundebesitzer nicht so weit vom Hund wegbewegen, dann lasse ich den Besitzer seitlich aus dem Bild treten und ich pfeife z.B. als „Hier“-Signal, wenn es der Hund rennt. Alternativ wirft der Hundebesitzer auf mein Kommando ein Spielzeug hinter mich, so rennt der Hund nach seinem Spielzeug, und damit auf mich/Kamera zu und der Besitzer tritt selbst seitlich aus dem Bild. Ein Beispiel, wie ich es mit meinem eigenen Hund ohne Helfer schaffe (wie Abb. 3): Ich setze ich den Hund ab, begebe mich ruhig in die Kameraposition und wenn ich soweit bin, pfeife ich den „Hier-Pfiff“.

Techn. Daten zu Abb. 3:

  • Kamera: Nikon D5100
  • Objektiv: Sigma 70-200mm f 2,8
  • Exifs:
    • Halbautomatik – S (Blendenautomatik)
    • Belichtungszeit: 1/1000sec
    • f/2.8
    • ISO 125
    • Brennweite: 150mm
  • aufgenommen in RAW, entwickelt in LR

Ich wünsche euch viel Spaß beim Umsetzen. Fragen entstehen bekanntlich immer bei der Arbeit. Aber das ist kein Problem, Fragen sind zum Stellen da.

About Kerstin Hamm

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