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Weiches Licht, hartes Licht

In diesem Beitrag möchte ich euch (leicht physikalisch angehaucht) zeigen, wie es dazu kommt, dass Licht manchmal „hart“ und manchmal „weich“ ist.

Lichthärte

Eigentlich gibt es kein hartes und weiches Licht. Es gibt nur Licht, kein Licht und eine Mischung aus beidem. Hartes Licht entsteht, wenn es starke Kontrastkanten gibt, also eine Stelle mit viel Licht grenzt abrupt an eine Stelle mit keinem Licht.

Zum veranschaulichen, und wie sich die Größe einer Lichtquelle und deren Abstand zum Objekt auswirkt, habe ich ein paar Grafiken erstellt. Es bezieht sich nicht nur auf komplette Objekte (Personen, Gegenstände), sondern auch auf einzelne Teile davon, z.B. die Nase, Augenhöhlen etc. die auch Schatten werfen können. Zum besseren Verständnis wird unterstellt, dass kein anderes Umgebungslicht vorhanden ist und wir in einem unendliche großen Raum sind.

Schlagschatten

Kleiner harter Schatten

Schräg links von unserem Objekt steht ein Blitz mit Lichtformer (Schirm oder kleine Softbox), der etwas größer ist als unser Objekt. Das Objekt wird schon relativ gut vom Licht „Umschlungen“. Dennoch, gibt es einen Bereich hinter dem Objekt (in Bezug auf die Lichtquelle) die von keinem Lichtstrahl erwischt wird. Lichtstrahlen verlaufen immer exakt gerade, es ist also unmöglich, dass Licht an diese Stelle kommt. Selbst ein Diffusor würde nichts bringen, weil dieser das Licht zwar abschwächt, aber die Abstrahlfläche nicht vergrößert.

Zwei Möglichkeiten für „weicheres“ Licht.

Um den Schatten zu eliminieren, müssen wir also schauen wie wir das Licht auch um das Objekt herum strahlen lassen können. An Hand der Pfeile kann man es sich recht gut herleiten.

Möglichkeit 1: Lichtformer näher an das Objekt bringen (nicht vergessen die Leistung des Blitzes zu reduzieren um ein gleich beleuchtetes Bild zu haben)

weiches Licht Abstand

Das Licht strahlt nun um das Objekt herum, und man hat nun überall Licht, auch direkt hinter dem Objekt. Je nachdem wie viele Lichtstrahlen hinter das Objekt treffen, hat man zwar immer noch einen leichten Schlagschatten, aber dieser hat nun sehr weiche Übergänge.

Möglichkeit 2: Lichtformer bei gleichem Abstand vergrößern (Hier müsst ihr die Leistung des Blitzes wohl leicht erhöhen, da größere Lichtformer auch mehr Licht „schlucken“.

weiches Licht

Auch hier wird das Objekt vom Licht komplett Umschlossen und es gibt keine Stelle am Hintergrund, die nicht von einem Lichtstrahl erfasst wird. Somit habt ihr auch hier weiche Übergänge.

Umgekehrter Effekt

Je kleiner ein Lichtformer ist und/oder je weiter er vom Objekt entfernt ist, desto härter wird das Licht. Dies veranschaulicht das letzte Bild. Die Strahlen verlaufen ziemlich parallel und der Schatten hinter dem Objekt ist größer als beim ersten Bild.

hartes Licht Entfernung

Dies ist auch der Hauptgrund, warum man in der Sonne immer harte Schatten hat. Durch die Entfernung von 150 Mio km wird die Sonne zu einer Minilichtquelle von wenigen cm Durchmesser, die kleiner ist als fast jedes Objekt und somit immer zu Schlagschatten führt (weil das Licht ja nicht um das Objekt herum kommt). Außer die natürliche Softbox (Wolken) ist aktiv, dann hat man super weiches Licht 🙂

Noch ein kleiner Hinweis: Wenn ihr Flächen habt, die Licht reflektieren (Weiße Wände, Kleidung etc), dann ändert sich der Schatten natürlich etwas, weil dann die Flächen wie schwache Softboxen fungieren (bouncen). Solltet ihr indoor blitzen, und die Wände nicht schwarz sein, werdet ihr auch mit kleinen Lichtquellen nicht immer einen super harten Schatten haben. 

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