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Wie wirken sich Lichtformer auf das Bild aus?

Lichtformer

Zum Fotografieren kann man viele Lichtformer verwenden. Von günstigen Schirmen, über kleine Softboxen für Aufsteckblitze bis zu teurem Equipment für Studioblitze gibt es alles was das Herz begehrt.

Ich habe mit 2 Schirmen angefangen, weil diese ein recht kontrollierbares, weiches Licht machen und vor allem sehr günstig zu kaufen sind (zwischen 8€ und 30€, je nach Hersteller und Qualität).

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Noch kontrollierbarer sind Softboxen. Für den mobilen Einsatz empfiehlt sich z.B. die SMDV Softboxen. Eine kleine, handliche Oktabox die man schnell zusammen falten kann. Generell bin ich ein Fan von „runden“ Softboxen als Hauptlicht, da diese einen schönen runden Reflex im Auge erzeugen. Viereckige Softboxen hingegen machen einen eckigen Reflex.

Zum Veranschaulichen habe ich ein einfaches Setup aufgebaut: Kamera auf ein Stativ, leicht daneben von Schräg oben kam dann das Licht. Die Bilder sind alle OOC. Ich habe auch die Stärke der Blitze immer identisch gelassen, damit man sehen kann, wie viel Licht die Lichtformer „schlucken“.

Auf diesem Bild seht ihr eigentlich alle Lichtformer die ich benutzt habe. Links das 90er Striplight, dann kommt leicht darüber die 90er Okta mit Wabe, darunter der runde Beauty Dish. Unter dem Stativbein kommt erst mal der Minireflektor der bei meinem Studioblitz dabei war und darüber der normale Reflektor mit Wabe und die SMDV 60 Softbox. Über dieser findet ihr das 140er Striplight und an dem Blitzkopf auf dem Stativ ist die 150er Okta befestigt. Wie ein Schirm ausschaut, weiß glaub ich jeder 🙂

 

Nackter Aufsteckblitz

Fangen wir einmal mit dem Aufsteckblitz an. Der Aufsteckblitz erzeugt durch seine geringe Abstrahlfläche ein sehr „hartes“ Licht. Das bedeutet, man sieht die Schatten hinter dem Objekt sehr stark, wenn der Hintergrund nah an dem Objekt ist. Auch die Schatten im Gesicht sind sehr ausgeprägt.

Hier seht ihr einmal den Blitz „nackt“ bei 24 mm (links; wie ihr seht, ist der Hintergrund recht weit noch erleuchtet) und einmal mit 105 mm (rechts). Ihr erzielt mit 105mm eher einen Spot Effekt. Durch die Komprimierung des Lichts zu einem Tunnel habt ihr auch automatisch einen helleren Blitz. Die Blitzleistung war bei beiden Bilder komplett identisch.

Blitz Nackt 24mm Blitz Nackt 105mm

Das Licht ist sehr hart. Dies sieht man an dem harten Schatten am Hintergrund, und dem schnellen Helligkeitsabfall im Gesicht. Die Kante zur dunklen Seite ist sehr hart.

 

2 in 1 Schirme

Der erste Lichtformer in meinem Experiment ist wie anfangs erwähnt der Schirm. Ihr könnt die meisten Schirme als Durchlichtschirm verwenden (= weißer, teiltransparenter Schirm) oder als Reflexschirm (Außenseite wird durch eine Silberne Folie undurchsichtig gemacht). Wenn ihr ihn als Reflexschirm benutzt, dann blitzt ihr in den Schirm hinein, und die Strahlen werden wieder zurück geworfen. Links seht ihr den Durchlichtschirm, und rechts den Reflexschirm. Zum befestigen braucht ihr ein Stativ und einen Schirmneiger sowie den Blitzschuh, der eigentlich bei fast allen Blitzen dabei ist.

Durchlichtschirm Reflexschirm

Wie ihr seht, seht ihr fast keinen Unterschied. Physikalisch gesehen ist das auch komplett richtig, denn die Abstrahlfläche entspricht immer der Fläche des Schirms. Und die ist immer gleich, egal wie rum ich ihn benutze. Es gibt nur einen unterschied wenn ihr z.B. in einem weißen Raum seid. Dann streut der Durchlichtschirm mehr an die Decke und die Seitenwände, und kann dadurch ein „weicheres“ Licht erzeugen als der Reflexschirm, der das Licht eher wie in einem Tunnel von sich gibt.

 

Mini Softbox

Einer meiner Lieblings Lichtformer ist die SMDV 60 Softbox. Klein, handlich, schnell auf und ab gebaut (innerhalb von Sekunden) und hat eine verhältnismäßig große Fläche. Die Halterung+Neiger für das Stativ ist schon dabei.

SMDV Softbox

Die Softbox macht ein ähnlich „weiches“ Licht wie die Schirme, ist aber weniger anfällig für Wind, wenn ihr außen arbeiten wollt, und streut das Licht kaum im Raum. Somit habt ihr eine sehr gut kontrollierbare Lichtquelle

 

Striplight + Aufsteckblitz

Als nächstes hab ich einen Aufsteckblitz in 2 Striplights gesteckt. Striplights sind lange Softboxen, die sich dazu eigenen ein Licht von der Seite zu erzeugen, das unsere Person streift. Dies gibt einen interessanten Effekt an der Schulter und dem Gesicht.

Ganz links seht ihr wie ich es an der Halterung der SMDV Softbox befestigt und einfach hinein gesteckt habe, und rechts die Ergebnisse mit dem 90er Striplight und dem 140er Striplight.

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90er Strip Aufsteckblitz 140er Strip Aufsteckblitz

Zuerst einmal seht ihr, dass beide Striplights sehr viel Licht „Fressen“. Große Fläche bedeutet leider auch großer Verlust an Leistung. Weiterhin seht ihr, dass das große Striplight rechts ein „weicheres“ Licht macht. Klar, denn die Abstrahlfläche ist ja auch größer.

 

Studioblitz

Studioblitze gibt es mit Kabel für innen, und mit Akku für außen. Die Preise reichen von 50€ bis zu ein paar tausend Euro.

Zuerst einmal der nackte Studioblitz

Studioblitz nackt

Das Ergebnis ähnelt dem Aufsteckblitz. Das Licht ist sehr hart. Allerdings ist der Hintergrund gleichmäßiger beleuchtet, weil bei einem Studioblitz das Leuchtmittel hervorsteht, und somit einen Winkel von über 180° abdeckt. Bei einem Aufsteckblitz ist die Blitzröhre ja wie in einem Würfel, der auf einer Seite offen ist.

Studioblitz + 90er Oktabox

Nun habe ich eine 90er Oktabox auf den Blitz geschraubt. Links einmal ohne Wabe, rechts mit Wabe. Die Wabe ist wie ein Gitter und führt dazu, dass das Licht gerichteter ist, weil das Licht weniger Streut. Es entsteht eine Art „Tunneleffekt“.

90er Okta 90er Okta Wabe

Der Schatten ist schon ziemlich weich, es ist ja auch eine relativ große Fläche die das Licht aussendet. Ohne Wabe ist der Hintergrund mehr beleuchtet, mit Wabe hat man eher eine Konzentration des Lichts auf das Model. Weiterhin stellt man fest, dass durch die Wabe ein klein wenig Licht „verloren“ geht. Der Verlauf des Schattens im Gesicht ist in beiden Fällen recht weich und harmonisch.

 

Studioblitz + 150er Oktabox

Nun kam das große Ding dran 🙂

150er Okta 150er Okta Wabe

Im Prinzip ähnlich die wie die 90er Okta, nur ist das Licht noch etwas weicher, weil die Fläche noch größer ist. Der primäre Vorteil ist aber, dass man eine größere Fläche gleichmäßiger beleuchten kann. Bei der 90er Okta stößt man bei Ganzkörper Portraits manchmal an die Grenzen.

 

Studioblitz + 70er Beautydish

Der Beautydish schaut ein bisschen aus wie ein Wok, mit Wabe wie ein Grill 🙂 . Er lässt sich also vielseitig benutzen, nicht nur zum fotografieren. Bild links oben zeigt den Beauty Dish nackt, rechts oben mit Tuch davor, links unten mit Wabe und rechts unten mit Wabe und Tuch. Man erkennt gut wie alles, was man zusätzlich drauf schraubt, Licht schluckt.

70er Dish nackt 70er Dish Tuch

70er Dish Tuch Wabe 70er Dish Tuch und Wabe

Das Licht von einem Beautydish ist relativ gerichtet, aber dennoch verhältnismäßig weich. Das zeichnet genau diesen Lichtformer aus.

 

Studioblitz + 90er Striplight

Eigentlich benutzt man das Striplight als Streiflicht, aber ich habe es zu Demonstrationszwecken mal als Fülllicht verwendet. Einmal ohne, und einmal mit Wabe.

90er Strip 90er Strip Wabe

 

Studioblitz + 140er Striplight

Das 140er Striplight ist um einiges größer, schluckt aber auch mehr Licht. Der vorteil ist aber, dass die Schatten noch einen Tick besser gemildert werden. Wie bei der 150er Oktabox, ist aber der große Vorteil eigentlich die gleichmäßigere Ausleuchtung von ganzkörper Fotos.

140er Strip 140er Strip Wabe

 

Studioblitz + 65° Reflektor

Ein Reflektor hilft eigentlich nur, das Licht des Studioblitzes in eine Richtung zu lenken. Wie bereits oben erwähnt, strahlt die Blitzröhre das Licht mit mehr als 180° aus und man hat viel Licht das gestreut wird und ungerichtet ist. Das Licht wird durch den Reflektor sehr hell weil die Strahlen die sonst zur Seite gehen würden, auch nach vorne reflektiert werden. Links der nackte Reflektor, rechts der Reflektor mit Wabe, um das Licht noch mehr zu richten.

65° Reflektor 65° Reflektor Wabe

 

Studioblitz + Minireflektor

Bei meinem Studioblitz war ein winziger Reflektor mit dabei. Den wollte ich euch nicht vorenthalten. Links das Bild ist mit dem nackten Reflektor gemacht, das Bild rechts mit der milchigen Kappe die dabei war. Wie erwartet, macht diese Kappe nichts anderes als den Blitz etwas abzuschächen, „weicher“ macht sie den Blitz nicht. Sie streut nur etwas mehr in alle Richtungen.

Minireflektor Mini Reflektor Bouncer

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